Aller guten Dinge sind 12
Von 2023 bis 2026 war ich insgesamt auf 12 Märkten. 6 davon gingen über jeweils 2 Tage, die anderen nur 1 Tag.
Bester Markt: Schloss Höhenried am Starnberger See
Der absolut beste Markt war Schloss Höhenried am Starnberger See, veranstaltet von KreARTiv. Bestens organisiert und gut besucht. Die Kundschaft zahlt den Eintritt, weil sie echtes Interesse an Kunsthandwerk hat und weiß, dass die Preise entsprechend sind. Meine Preise waren hier im unteren Bereich; verglichen mit den Goldschmieden und Künstlern im Innenbereich. Die Veranstalter wählen ihre Teilnehmer sorgfältig und bewusst aus, was sich in der Qualität des Marktes zeigt.
So war Höhenried nicht nur in den Jahren 2023, 2024 und 2026 mein Highlight, sondern auch insgesamt über die Zeit der Gewerbeanmeldung.
Unerwartet guter Markt: Stadtfest 2025 in Herzogenaurach
Ein für mich überraschend guter Markt war das Stadtfest im April 2025 in Herzogenaurach; Heimspiel sozusagen. Eher kurzfristig hatte ich mich für einen Stand beim Stadtfest beworben und bekam einen schönen Platz am Hauptmarkt. Toll war auch, dass wir Aussteller keine Standgebühr bezahlen mussten. Bei herrlichem Wetter, kurz vor Ostern, war der Markttag bei Abbau um 14 Uhr ein rundum schöner Tag.
Ich bin dankbar für diese schönen und guten Märkte, für euren Besuch und euer Interesse! ♥
Flops
Absolute Flops dagegen waren die Kunst&Design Märkte München und Nürnberg sowie das 5ElementsFestival in der Nähe von Würzburg. Alle Märkte über mindestens 2 Tage mit viel zu hoher Standgebühr. Der Markt beim 5ElementsFestival war mehr eine schöne Umrahmung und gute Einnahmequelle fürs Festival als Markt für die Aussteller. Die Kunst&Design Märkte sind super organisiert und sorgen für ausreichend Besucher, waren für mich aber trotzdem ein Flop. Es gehören immer zwei dazu; ich bin auch ein Teil des Ergebnisses. Mir fällt es schwer, meinen Energiepegel hoch und positiv zu halten, wenn – wie auf den Kunst&Design Märkten – jede Menge Besucher am Stand vorbeikommen, die einen nicht mal anschauen, von anlächeln ganz zu schweigen; selbst dann nicht, wenn sie direkt vor einem stehen und Ware begutachten. Oder wenn sie Preise wie im Billig-Discounter erwarten. Ich kann diese Abgestumpftheit und Gedankenlosigkeit der Masse einfach nicht ertragen. Wahrscheinlich habe ich dann auch eine dementsprechend krumpelige Ausstrahlung – was wiederum nicht gerade anziehend wirkt. Also ja, ich trage meinen Teil am Misserfolg, keine Frage.
Der mega Flop
Noch mehr Flop als Flop war ein Tagesmarkt in Ingolstadt. Obwohl die Location schön war, waren den ganzen Tag über höchsten 15 Besucher anwesend, was heißt: keine Besucher. Tatsächlich wurde der Markt früher beendet, weil um 16 Uhr schon klar war, dass es keinen Sinn macht, bis 18 Uhr anwesend zu sein.
Standgebühr, Einnahme, Aufwand
Auch wenn, so wie in Ingolstadt z.B., die Standgebühr nicht hoch war und absolut okay, ist es trotzdem kein Spaß, an solchen Märkten teilzunehmen. Märkte sind ein großer Aufwand; nicht gut gehende Märkte sind eine mentale Belastung, keine motivierende Bereicherung. Nach einem schlechten Markt muss man sich erstmal wieder aufbauen, die Situation analysieren und überlegen, was man besser machen kann – heißt oft: wo man noch investieren muss – oder ob man es überhaupt noch einmal probiert. Außerdem wird gern vergessen, dass man als Kaufmann die Zeit der Märkte auch in die Preise einkalkulieren müsste. Aber in den Preisen ist ja noch nicht mal das drin, was sowieso einkalkuliert sein müsste – und trotzdem sieht man in jede Menge dumpfe und dumme Gesichter, wenn man seinen Preis nennt oder beim Lesen der Preisschilder zusieht. Nein, ich kann und will das nicht mehr.