Fotoshootings
Ab November 2023 lenkte ich all meine Kraft auf Mandalavision, um auszuprobieren, ob es als Business für einen Lebensunterhalt funktionieren kann – während dich das jetzt schreibe, muss ich schmunzeln: wie naiv.
Fotos für die Hompage & Social Media
Mode-Accessoires liegend präsentiert oder Hüte auf einem Plastikkopf mögen für den Shop als reines Angebot u.U. ausreichend sein. Aber ich brauchte endlich mal richtige Fotos; d.h. von einem Profi gemacht. Also organisierte ich einen Shooting-Termin bei Marie-Theres Graf in Erlangen. Ich war noch nie bei einer Fotorgrafin und deshalb nutzte ich die Gelegenheit, mich selbst vor die Kamera zu stellen. Ich wollte das ausprobieren und damals war ich auch noch nicht so weit, dass ich Freundinnen gefragt hätte, ob sie mir helfen und Lust haben zu modeln.
Shooting 2024
Am 10. April 2024 rückte ich zusammen mit meiner Schwester in Maries Atelier an. Mit dabei meine frisch genähte Kollektion, bestehend aus Hüten und dazu passende Umhängetaschen für Smartphones. Außerdem nahm ich ein paar meiner Kissenhüllen von 2023 mit. Ich entschied mich für ein weißes und ein rosa Kleid: dazu passten alle Muster. Außerdem wollte ich es insgesamt sehr hell und nur die Muster bunt. Es war sehr ungewohnt, vor der Kamera zu stehen und mich nach Vorstellung und Anweisung der Fotografin zu bewegen bzw. zu positionieren. Ich kam mir sehr „eckig“ und unnatürlich vor. An mir selbst wahrzunehmen, wie schwierig diese Situation für mich ist, was da alles in mir vorgeht und gedanklich zum Vorschein kommt, war spannend. So war Mandalavision wieder auch ein Katalysator für meine persönliche Entwicklung.
Shooting 2026: Hüte
Fast auf den Tag genau zwei Jahre später, am 18. April 2026, fand das zweite Shooting für Mandalavision statt; wieder mit Marie-Theres Graf. Der Shooting-Termin war von mir etwas hoppla di hopp ins Leben gerufen, weil ich unbedingt noch Fotos vorm Markt in Höhenried wollte. Mandalavision war zwar seit 1,5 Jahren wieder nebenberuflich, aber ich hatte mich gerade frisch auf Hüte spezialisiert und wollte es mit diesem Konzept noch einmal versuchen. Vor die Kamera wollte ich selbst aber nicht mehr. Deshalb fragte ich Freundinnen, ob sie Lust hätten, mir zu helfen und als Model zu fungieren. Mir war wichtig, mein Produkt an anderen Menschen zu präsentieren. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn ich selbst bekam einen anderen Blick auf meine Produkte.
Insofern war das zweite Shooting ganz anders als das erste. Wir hatten wunderbares Hut-Wetter, Marie schlug als Hintergrund eine Sandsteinwand vor und so trafen wir uns am Neustädter Kirchplatz in Erlangen. Ich wusste, wie ich die Fotos ungefähr wollte und nachdem uns nicht viel Zeit zur Verfügung stand, ging das Ganze recht schnell vonstatten. Im Nachhinein ist es mir, als wäre es ein Wimpernschlag gewesen. Es war eine Herausforderung: Wer jetzt welchen Hut? Vor der Mauer? Oder doch lieber auf den Stühlen? Dazu kam, dass ausgerechnet zwei der Models große Köpfe hatten. Ich hatte das nicht früh genug bedacht und musste einen Tag vorher noch 4 Hüte, inklusive Zuschnitt, nähen. Obendrein fand das ja in der Öffentlichkeit statt, was für mich auch sehr ungewohnt war.
Learning by doing
Was ich definitiv gelernt habe in der Zeit des Gewerbes: man lernt so gut wie alles nur, indem man es auch wirklich tut. Deshalb bin ich ein Stückchen selbstbewusster geworden. Ich nehme mir das Geschätz der anderen nicht mehr so zu Herzen und glaube nicht, dass sie irgendwas besser auf die Reihe bringen würden. Die meisten Menschen sind sich nicht annähernd bewusst, was es heißt, ein Business aufziehen zu wollen, in dem man für alles selbst zuständig ist; d.h. alles selbst können und beherrschen muss.
Thema Fotografie im Marketing
Was mir beim Thema Fotografie auch klar geworden ist: es ist ein irrer Aufwand, Produkte so zu fotografieren, dass sie optimale Wirkung entfalten und marketingtechnisch punkten. Nicht nur Aufwand in der Planung, im Design in Verbindung mit der restlichen Umgebung und Gestaltung, sondern vor allem in Hinblick auf finanzielle Ressourcen. Ein nicht unerheblicher Teil der Kosten für einen Artikel, den wir ganz alltäglich im Textilbereich kaufen, fließt in das Thema Produktfotografie. Die Planung, die kompletten Outfits, die Models, der Fotograf, die Location: alles kostet Geld. Das sind Kosten mit Stundensätzen nach „westlichen“ Maßstäben in Berufen, die angesehen und dementsprechend hochpreisig ist. Der „Idiot“, der die Kleidung näht, die das Model trägt – wen interessiert´s? Bei den Preisen, die wir für Genähtes bei üblichen und bekannten Marken zahlen, bekommt der, der sie herstellt, nur einen minimalen Bruchteil.
Was, wenn man Idiot, Chef, Angestellter und Ressource zugleich ist?
Dass es nicht geklappt hat mit einem Business, das mir Umsatz – von Gewinn gar nicht zu reden – bringt, nehme ich mir nicht übel. Und ich bin sehr erleichtert, dass ich es mir selbst nicht übel nehme. Im Gegenteil: Jetzt, mit Verfassen der Beiträge zu meiner aktuellen Homepage-Version merke ich selbst, wieviel ich geschafft habe, wieviel Energie ich investiert und wieviel ich dabei gelernt habe. Geld konnte ich nur reingeben, was mir zur Verfügung stand; das war nicht viel, vermutlich zu wenig in vielerlei Hinsicht. Zum Glück habe ich endgültig eingesehen und mir eingestanden, dass es nicht mehr anders werden wird. Und ein Nullsummenspiel, das kann ich auch ohne Gewerbe und den ganzen Aufwand haben.
Das nächste Fotoshooting kommt bestimmt
Eines weiß ich: es wird wieder ein Fotoshooting mit Marie als Fotografin geben. Und zwar eines „just for fun“, einfach nur für mich, von und mit mir. Ich habe da auch schon etwas im Auge, wie das in etwa aussehen soll. An den Requisiten und Outfits zum nächsten Shootingtermin werde ich ab jetzt arbeiten. Denn: Mandalavision geht weiter. Mandalavision ist ein Prozess.